Office 365 Alternativen - Digital Independence Day #6
Microsoft Office, Word, Excel, PowerPoint – fuer die meisten gibt es dazu keine Alternative. Dachte ich auch, ueber 12 Jahre lang. Bis ich Anfang dieses Jahres komplett ausgestiegen bin. Heute zeige ich euch drei Office-Alternativen, die kostenlos sind, mit allen Microsoft-Formaten klarkommen und euch digital souveraen machen: LibreOffice, OnlyOffice und das brandneue EuroOffice, das am 9. Juni startet. Willkommen zum Digital Independence Day Nummer 6.

HIER oder auf das Widget klicken, um den begleitenden Podcast zu hoeren!
Wenn ihr MeTacheles direkt unterstuetzen wollt, dann "chippt" doch einfach den Gegenwert einer Currywurst (gerne auch vegan) in meine Paypal:
oder meine Wero-Kasse:
Oder schaut direkt bei meinem neuen Sponsor vorbei... IONOS! Denn da bekommt ihr die Alternativen, die ich immer wieder bei MeTacheles anspreche:

MeTacheles funktioniert nicht ohne euch und wenn ihr glaubt, dass dieses Format auch in eurem Netzwerk ankommt, dann teilt es doch genau mit diesem.
Ganz wichtig: Den Podcast koennt ihr hier direkt oben im Browser, aber auch auf diversen Plattformen wie u.a.
Apple - Spotify - Youtube - Amazon oder als RSS-Feed
anhoeren und abonnieren. Gerade Apple & Spotify-Abrufe helfen dem Format, denn dort gibt es entsprechende Rankings!
Fischer-Duebel, Tempo, Lego. Es gibt Produkte, die sind so dermassen in unseren Sprachgebrauch eingewandert, dass wir gar nicht mehr ueber Alternativen nachdenken. "Google das doch mal" statt "Nutz mal eine Suchmaschine". "Gib mir mal ein Tempo" statt "Hast du ein Papiertaschentuch?". Im Digitalen gibt es neben Google ein weiteres Produkt, das fuer einen ganzen Anwendungsbereich zum Synonym geworden ist: Microsoft Office. Aber muss das wirklich von Microsoft sein?
Mein vierstelliger Geldbeutel-Klau
Lasst mich kurz die persoenliche Bilanz aufmachen. Vor knapp 12, 13 Jahren habe ich angefangen, Microsoft Office 365 zu nutzen. Wenn ich jetzt mal zusammenrechne, was ich an Microsoft ueberwiesen habe, um Word-Dokumente, PowerPoints und Excel-Tabellen zu oeffnen, dann landen wir bei einem vierstelligen Betrag. Sensationell!
Aber gut – das ist passiert.... und es war so herrlich unkompliziert. Fein jedes Jahr nen knapp 3-stelligen Betrag zu ueberweisen um ein paar Slides hin und herzuschieben und simple Text-Dokumente zu oeffnen.

Seit Anfang dieses Jahres bin ich komplett raus aus der Microsoft-Welt. Und es fuehlt sich verdammt gut an. Das ging nicht von heute auf morgen, ihr habt das in den letzten Ausgaben mitbekommen (ich bin ehrlich, es war ein sehr sehr nerviger Prozess!)– OneDrive-Migration, Gaming-Rechner umgestellt, den kleine Mini-PC auf Linux Mint gezogen.
Aber der Schritt, den ich heute beschreiben werde, der hat... und keine Angst, die haben mir hier Null was vorgeschrieben, auch eine ganze Menge mit dem neuen Sponsor von MeTacheles zu tun: IONOS. Disclosure raus, weiter geht's.
Warum europaeische Standards anders fuehlen
Was mir an Nextcloud und den Nextcloud Workspaces in der IONOS Cloud auffaellt und so wichtig ist fuer Office-Pakete und Anwendungen, die uns von Big Tech loseisen sollen: Es fuehlt sich vertraut an. Du kannst direkt loslegen. Du brauchst keine Anleitung!
Und das sage ich nicht aus der Geek-und-Nerd-Brille eines Pixelschubsers, der seit mehr als 40 Jahren nichts anderes macht... Nein, ich will ja mithelfen, dass wir das hinbekommen mit der digitalen Souveraenitaet und dann muessen wir einfach nicht nur ueber File/Format-Standards reden, sondern auch ueber Designs! Wir haben uns Standardprozesse so verinnerlicht – Dateien kopieren, markieren, umbenennen, Ordner anlegen – dass es weh tut, wenn eine Software das anders macht.
Aber wir muessen da auch ehrlich sein: Was wir als "Standard" empfinden, das ist in den allermeisten Faellen ein US-Standard. Cloud-Infrastrukturen, Benutzeroberflaechen, Prozesse – das alles wurde in Silicon Valley definiert. Wir sind da reingewachsen. Aber es gibt sie ja... also die Alternativen, die genau diese vertrauten Ablaeufe abbilden – Open Source, zum Teil kostenlos und hier und da auch ziemlich europaeisch. Mit Servern in Europa. Unter europaeischer Gesetzgebung. Ohne US Cloud Act im Hintergrund.
Das, ihr Lieben, das ist eine grundlegend andere Konstellation. Und das ist der Punkt, an dem es richtig spannend wird und wir alle die Moeglichkeit haben, diese so viel beschworene Souveraenitaet mit den fundamentalsten Anwendungen zu zelebrieren: Office!

Alternative #1: LibreOffice – Der ewige Klassiker
Fangen wir mit dem Veteranen an. Meine ersten Erfahrungen mit Office-Alternativen liegen ueber 20 Jahre zurueck. Damals hatten wir unsere eigene Linux-Distribution epiOS, und deswegen wurde ich zum 1. Mal nach Taiwan eingeladen. Im Juni 2002, also nun 24 Jahre her, haben wir hier vor allen Dingen OpenOffice unter Linux genutzt.



OpenOffice ist – wenn mich nicht alles taeuscht – sogar aus StarOffice hervorgegangen, das urspruenglich aus Deutschland kam. Irgendwann gab es einen Fork in Richtung LibreOffice. Kein offizieller Nachfolger, aber vor 14, 15, 16 Jahren haben sich die abgespalten und ihre eigene Office-Suite weiterentwickelt. Und das machen die verdammt gut.

Insbesondere bei Updates ist LibreOffice auf einem ganz anderen Stand als OpenOffice. Klassische Oberflaeche, erinnert stark an Office 365 und das bedeuten fuer euch: Wer aus der Microsoft-Welt kommt, findet sich sofort zurecht. Merkte, ne? Das ist die Nummer, die ich mit diesen Designstandards angesprochen habe

Mein einziges Problem: Mir ist das visuell "too much". Diese Oberflaeche ist zugeballert mit allen moeglichen kleinen Buttons und Schaltflaechen. Versteht mich hier bitte nicht falsch: Libre Office ist maechtig!!! Und das ist auch der Grund, warum es von diversen staatlichen Stellen eingsetzt wird... u.a. auch hier in meiner Wahlheimat Taiwan. Nur ich brauche den Feature Overload einfach gar nicht!
Aber gut, ich bin Gelegenheitsnutzer. Wer mit 500-Seiten-Dokumenten, Fussnoten, Kapiteln und so weiter arbeitet, fuer den ist das vielleicht genau richtig. Der grosse Vorteil: LibreOffice ist dauerhaft gratis. Probiert es aus und das gilt auch fuer die beiden weiteren Alternativen, denn ihr muesst damit klarkommen!

Alternative #2: OnlyOffice – Mein taeglicher Begleiter
Mein aktuelles Werkzeug der Wahl: OnlyOffice. Schlank. Schnell. Macht alles, was ich will. Fuer Einzelnutzer kostenlos. Und der Performance-Unterschied zu Microsoft Office ist – sorry, wenn ich mal hinten ausschlage – goettlich!
Wenn ihr OnlyOffice startet, macht das einfach PLOPP – und ist da. Microsoft Office hat bei mir immer eine Diesel-Gedenkstunde eingelegt. Was heisst Gedenkstunde – das dauerte dann irgendwie seine 10 Sekunden. Aber die fuehlen sich an, als haetten alle vor Beginn der Bundesjugendspiele zum 800-Meter-Lauf in Moonboots und Lederstiefeln antreten muessen, waehrend du in Joggingschuhen schon ueber der Ziellinie warst.
Microsoft Office 365 ist auch auf der Platte ein Monster. Wenn ihr mal anschaut, wie viel Speicherplatz das frisst – das ist absurd. Adobe Acrobat Reader uebrigens auch, das Ding ist installiert 600 bis 800 MB gross, nur um PDFs zu lesen. Wahnsinn.



Aaaaaaaaaaaber..... OnlyOffice hat einen kleinen souveraenitaetstechnischen Wermutstropfen: Der Entwickler Ascensio Systems sitzt in Lettland, gehoert aber zu einer groesseren russischen Firma. Das bedeutet unter anderem, dass EU-Institutionen die kommerzielle Version nicht mehr abonnieren duerfen.

Aber ich bin da als Privatnutzer ehrlich, es ist Open Source und es ist fuer mich okay. Bisher hat sich noch nie ein Veranstalter oder Kunde gemeldet und gesagt: "Hoer mal, was hast du uns denn da geschickt? Der Praktikant brauchte einen halben Tag, um das wieder ordentlich formatiert zu bekommen."
Es funktioniert. Kompatibilitaet ist da. Punkt!

Alternative #3: Euro-Office – Der Big Bang am 9. Juni
Und jetzt kommt die Loesung, auf die ich mich wirklich freue. Diese Ausgabe koennt ihr seit heute, am Dienstag, den 9. Juni lesen und an diesem Tag geht Euro-Office an den Start. Und das ist eine ganz andere Hausnummer.
Euro-Office basiert auf OnlyOffice – die haben quasi den Fork gemacht – aber das wirklich Spannende ist, wer hier zusammenkommt:
- Nextcloud aus Deutschland (Erfahrung mit Workspaces in der Cloud)
- OnlyOffice EU (die Office-Suite als Basis)
- Proton aus der Schweiz (E-Mail, Verschluesselung, Cloud)
- IONOS (Cloud-Infrastruktur, Hosting)
- Tuta (Mail, Drive, Kalender)
- Weitere europaeische Player wie Eurostack und andere

Was die hier zusammenruehren und fuehren, ist in dieser Form noch nie passiert. Eine ganze Horde individueller oeffentlicher Firmen, Organisationen, Non-Profits, Open-Source-Entwicklerinnen und -Entwickler kommt zusammen, um an einer Alternative zu arbeiten. Wenn ich das nicht so vermeiden wollen wuerde, wuerde ich das Wort "Starpower" benutzen. Aber Tatsache ist: Was die hier auffahren, ist genau das, was bei dieser Marktmacht von Microsoft noetig ist.

Was EuroOffice anders macht
Fokus auf Geschaeftsumfeld, damit europaeische Unternehmen, Behoerden und Organisationen endlich eine unabhaengige Loesung fuer die Bueroarbeit haben. Die Software ist quelloffen und wird weltweit kostenlos verfuegbar sein. Finanziert wird das Ganze ueber Beratung und Cloud-Infrastruktur, die Anbieter wie IONOS draufpacken koennen. Macht Sinn – irgendwie muss die Nummer ja gegenfinanziert werden.
Was ich besonders gut finde: Das wird ganzheitlich gedacht. Da geht's nicht nur um Texte, Tabellen und Praesentationen. Da geht's um Dateiverwaltung, Wiki-Systeme, Projektmanagement-Plattformen. Drei, vier, fuenf Schueppen mehr, als wir Endnutzer vielleicht brauchen – aber das heisst nicht, dass wir das nicht auch nutzen koennen.
Und ganz wichtig: Fokus auf offene Dateiformate. Steht bei denen ganz oben auf der Liste. Wir muessen raus aus den proprietaeren Formaten. Das heisst aber nicht, dass es keine Auf- und Abwaertskompatibilitaet geben wird. Natuerlich muessen die das hinbekommen..., denn eer kennt es nicht: Du bekommst von Office 365 eine lange Excel-Tabelle mit Makros, und du kannst die Kiste nicht oeffnen. Riesenproblem im Unternehmensumfeld!
Warum das fuer Unternehmen ein No-Brainer wird
Stellt euch mal vor, ihr seid Geschaeftsfuehrer mit ein paar Tausend Mitarbeitenden. Mit EuroOffice ab dem 9. Juni habt ihr:
- Lizenzgebuehren gespart (je nach Unternehmensgroesse einige Hunderttausend bis Millionen pro Jahr)
- Volle Kompatibilitaet zu den proprietaeren Formaten
- Keine halbjaehrigen Workshops noetig, um damit klarzukommen
- Digitale Souveraenitaet – Daten in EU-Rechenzentren, kein US Cloud Act
Das ist ein verdammt gutes Argument. Und endlich kommen genug Firmen zusammen, die sagen: Freunde, wir muessen was machen. Wir schaffen das nicht alleine. Das ist ein Kampf gegen Windmuehlen. Aber zusammen koennen wir die Marktmacht aufbrechen.

Wie ihr starten koennt
Mein Stufenplan fuer euch:
Stufe 1 – Probieren: Installiert einfach mal parallel ne Alternative... Es ist schliesslich gratis! Es kostet euch nichts ausser ein bisschen Zeit. Schaut, ob ihr damit klarkommt. Das ist der einfachste Einstieg.
Stufe 2 – Wechseln: Nutzt de Nummer taeglich. Bei mir ist das im Falle OnlyOffice so und und ich moechte es nicht missen. Schnell, schlank, kompatibel.
Stufe 3 – Aufruesten: Ab dem 9. Juni aka heute: schaut euch Euro-Office an. Insbesondere wenn ihr fuer ein Unternehmen entscheidet. Da rollt etwas auf uns zu, was nicht nur in Europa die Chance hat, den Markt neu zu definieren.
Probiert es aus. Versucht euch zu loesen, Schritt fuer Schritt. Es tut gut!
Was sich in 12 Monaten geveraendert hat
Stellt euch mal vor, ich haette diese Ausgabe vor 12 Monaten aufgenommen.... ja ne du, ich weiss nicht Digger! Da war die Welt gerade mal in den Tunnel reingelaufen, von Licht am Ende war noch lange nicht die Rede.
Und jetzt? Es ist so angenehm zu sehen, was in den letzten 12 Monaten passiert ist. Wie sich wirklich etwas veraendert und wie mehr und mehr Firmen sagen: "Nee, ist nicht mehr. Wir haben keine Lust mehr, unsere Daten willig auszuliefern. Wir haben keine Lust, gegaengelt zu werden mit Standards, die nicht nur extrem proprietaer, sondern auch noch ueberteuert sind."
Das hat eine ganze Menge damit zu tun, dass im Oval Office ein Orange lackierter Tontilon sitzt. Aber es hat auch viel damit zu tun, dass im Fediverse, mit Initiativen wie Save Social und mit dem Digital Independence Day Menschen zusammenkommen, die sagen: Nee, ist nicht. Es gibt Alternativen!
Je mehr Menschen zusammenkommen, je mehr Menschen neue mit reinholen, umso besser wird es. Umso unabhaengiger werden wir. Umso guenstiger wird's.
Und um so ruhiger wird unser Gewissen... versprochen!
Happy Digital Independence Day Nummer 6!
Dir hat diese Ausgabe gefallen? Dann teile diese doch mit deinem Netzwerk. MeTacheles ist kostenlos, extrem zeitaufwendig & genau deshalb spiele ich jetzt auch ein wenig Staubsaugervertreter 😎
Zum Podcast: Apple - Spotify - Amazon oder RSS-Feed
Bleibt gesund!
Sascha


MeTacheles supporten & damit Baeume pflanzen
Ja, es gibt ein Abomodell fuer MeTacheles und ja, 30% der Umsaetze helfen dabei verschieden Baumpflanzprojekte zu unterstuetzen… und verschafft mir mehr Luft, um solche Artikel zu bauen:




Wenn ihr meint, dass euch dies den Gegenwert eines Kaffees, Kaesekuchens oder ner Currywurst im Monat wert ist, dann koennt ihr entweder » HIER « oder auf den unteren Button klicken und aus den verschiedenen Abo-Modellen waehlen bzw. ihr koenntet ja auch ein Abo verschenken:






