Drei Linux-Distributionen, die euch den Umstieg leicht machen - Digital Independence Day #5
Die 5. Ausgabe des Digital Independence Day dreht sich um Linux – und zwar so, wie ich es wirklich einsetze: taeglich, produktiv und mit Spass. Drei Distributionen, die den Umstieg aus Windows oder macOS wirklich moeglich machen: Linux Mint fuer Einsteiger, Pop!_OS fuer alle, die es schoen wollen – und CachyOS fuer alle, die Gaming auf Linux ernst nehmen. 30 Jahre nach meinen ersten Linux-Erfahrungen ist der Einstieg so einfach wie noch nie. Und die Performance? Faehrt Windows in Grund und Boden!

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Linux ist das meistgenutzte Betriebssystem der Welt. Richtig gehoert. Jeder Android-Phone-Nutzer hat im Grunde ein Linux in der Tasche. Euer Saugroboter laeuft wahrscheinlich darauf. Euer Kuehlschrank vielleicht auch. Die Mehrheit der Webserver, die ihr taeglich besucht... Linux ist ueberall. Ausser auf eurem Desktop. Und genau das ist das Problem, ueber das ich heute reden moechte.

Warum ich ueberhaupt zu Linux gekommen bin
Ich habe in den letzten Jahren konsequent Microsoft aus meinem Leben verbannt. Wer mir hier laenger zuhoert oder zusieht, kennt die Geschichte. Windows ist raus. Komplett. Vor wenigen Wochen wurde sogar meine Outlook-Mail geloescht — die hatte ich, seit es outlook.com ueberhaupt gibt. Und das fuehlt sich verdammt gut an.

Was bleibt, ist mein macOS-Oekosystem. Aber wer nur auf Apple setzt, hat halt auch wieder einen einzelnen Konzern, der das Sagen hat. Und mein MacBook Air mit M2 ist nach vier Jahren bei einer Akkukapazitaet von 78 Prozent — sensationell, klar, aber irgendwann wird auch dieses Kiste die Graetsche machen!
Disclaimer: Ich habe mir ein MacBook Neo gekauft! Warum? Der steht im Regal... zum Angucken und wird nicht genutzt. Wer mich nun fuer komplett bescheuert haelt... hier habe ich das erklaert:

Aber zurueck zum Thema denn ich brauche ha schliesslich Alternativen. Fuer den Gaming-PC. Fuer einen Desktop, der mal anders aussehen darf als macOS. Fuer Laptops, die ich gerne weiter nutzen moechte.
Also habe ich mich hingesetzt und ausprobiert. Und drei Distributionen gefunden, mit denen ich heute taeglich arbeite.

Erste Distro: Linux Mint — die Einstiegsdroge
Mit Linux Mint koennt ihr nichts verkehrt machen. Punkt!
Eigentlich koennte ich nun hier schon umgehend den Deckel draufpacken und sagen: reicht fuer euch. Und zwar alle... aber das waere dann doch ein wenig zu einfach!
Ich hab es auf diversen Mini-PCs ausprobiert, auf einer Art Netbook mit 7-Zoll-Display und Intel-Atom-Prozessor, und auf einem alten Rechner, der irgendwas zwischen 6 und 7 Jahren auf dem Buckel hat. Mint installiert ihr — und alles funktioniert. Touchscreen wird sofort erkannt. Bluetooth-Tastatur dranhalten — laeuft. Sleep-Mode funktioniert. Monitor wird umgehend erkannt. Aufloesung passt!
Ich habe sogar eine externe NVIDIA GTX 1650 in nem eGPU-Case und via Thunderbolt an einen Intel NUC angeschlossen — Mint hat das einfach geschluckt. Counter-Strike Source laeuft auf einem uralten Geraet mit interner Intel-Grafik bei 80 bis 90 Frames pro Sekunde. Auf einem Rechner, von dem Windows seit Jahren nur noch widerwillig hochfaehrt und ich tatsaechlich noch nicht einmal glaube, dass man auf diesem Windows 11 installieren kann. Aber wer will das schon?



Ein paar Mint Screenshots
Mint ist frustfreies "it just works" in der Linux Welt!
Was Mint richtig gut macht: Es sieht aus wie ein Desktop-Betriebssystem, das ihr kennt. Menuestrukturen sind selbsterklaerend. Icons sprechen fuer sich. Ihr muesst eure Habits nicht neu erlernen. Das ist der entscheidende Punkt fuer Einsteigerinnen und Einsteiger — denn das groesste Hindernis bei Linux war jahrzehntelang nicht die Technik. Es war die Angst vor dem Frust beim ersten Versuch!
Mit Mint gibt's diesen Frust nicht. Es ist just works in der Linux-Welt. Eine 3 GB grosse Installation, die euch all das gibt, was Windows in 30 GB liefert. Und es ist verdammt schnell.
Die offizielle Mint Homepage
Mein konkreter Tipp: Habt ihr einen alten Laptop in der Schublade? Holt ihn raus. Buerstet den Windows-Schrott runter. Installiert Mint. Erweckt das Geraet zu neuem Leben. Und wenn die Mutter nur ihren Browser, ein Office-Tool und drei kleine Programme braucht — perfekter Kandidat. Sie wird euch nicht mehr anrufen, weil irgendwas ruckelt oder Windows wieder ein zwanghaftes Update einspielen will. Versprochen!

Zweite Distro: Pop!_OS — fuer Mac-Refugees
Auf meinem Lenovo ThinkPad laeuft Pop!_OS. Und ich bin sowas von kurz davor, mein MacBook auch komplett gegen Linux zu tauschen... echt jetzt!
Warum Pop!_OS? Drei Gruende.
Erstens: Hardware-Kompatibilitaet. Insbesondere bei NVIDIA-GPUs ist Pop!_OS hervorragend aufgestellt — was historisch ein wunder Punkt der Linux-Welt war. AMD war jahrelang die einzige sinnvolle Wahl auf Linux, NVIDIA war eine Katastrophe. Das hat sich geaendert, und Pop!_OS spielt da ganz vorne mit.
Juti, das Z13 hat jetzt keine NVIDIA GPU verbaut, aber mein ThinkPad mit der Radeon wurde natuerlich auch sofort und vollstaendig erkannt. Sleep-Mode funktioniert. Aufloesung passt. Alles vom Feinsten.
Merkte selbst, ne? Die Geschichte wiederholt sich... es gibt einfach keine Probleme mehr in Bezug auf Hardware-Kompatibilitaet!
Zweitens: das Auto-Tiling. Wer auf einem hochaufloesenden Desktop mit 2500-und-irgendwas Pixeln arbeitet, weiss, wie nervig manuelles Fenstermanagement sein kann. Pop!_OS hat eingebautes intelligentes Window-Tiling, das mir die Art und Weise, wie ich auf dem Desktop arbeite, komplett umgekrempelt hat. Multitasking auf einem Niveau, an das macOS nicht herankommt — und Windows schon gar nicht.

Drittens: das ist seit kurzem der COSMIC-Desktop, eigenstaendig entwickelt von System76 in Rust. Schneller App-Launcher, genaue Power-Profile fuer Laptops — sprich: ihr koennt das Geraet auf reinen Akkubetrieb optimieren oder auf volle Performance trimmen... oder lasst es einfach auf Balanced stehen. Ja ja ja, ich weiss. Das ist ein 30 Jahre altes Feature, aber es gab damit immer wieder Probleme unter Linux. Jetzt offensichtlich nicht mehr!

Die offizielle Pop!_OS Homepage
Wenn ich diese Distro hochfahre und mich eine Viertelstunde damit auseinandersetze, denke ich: Wow. Wie viele Menschen arbeiten an Pop!_OS — und wie viele an Windows? Und Microsoft ist da gefuehlt eine halbe Dekade hintendran. Performance, Aesthetik, kleine Features. Pop!_OS bringt mich wirklich zum Nachdenken, ob ich mein MacBook nicht komplett seinlasse.
Disclaimer: Diese Ausgabe ist nicht gesponsert. Ich finde das Ding einfach wirklich so gut!

Dritte Distro: CachyOS — fuer Gamer
Jetzt wird's interessant. Steam hat Linux-Gaming in den letzten Jahren komplett umgekrempelt. Steam OS — das auf den Steam Decks laeuft — ist im Kern eine Linux-Distribution, und u.a. durch Steams Druck haben Hersteller endlich vernuenftige Treiberunterstuetzung geliefert.
Was vor zehn Jahren undenkbar gewesen waere, ist heute Realitaet!
Auf meinem Gaming-PC laeuft CachyOS. Das ist eine Arch-basierte Distribution — also Hardcore-Linux, aber sensationell zugaenglich verpackt.
Vorher hatte ich Bazzite probiert, eine sehr beliebte Gaming-Distro. Das Problem: Bazzite hat meine Wi-Fi-Karte nicht erkannt. Genauer gesagt: aktuell unterstuetzt Bazzite vor allem MediaTek-Chipsaetze, ich habe aber einen Realtek-Chip in einem externen D-Link Wi-Fi-Stick, den ich ueber USB anschliesse. Lustigerweise lief der ueber die Live-CD problemlos, aber bei der Installation hat Bazzite ihn nicht uebernehmen wollen. Und glaubt mir, ich habs versucht... sehr lange sogar!
Eindruecke von CachyOS
Irgendwann reichte es mir: Bazzite vom Planeten bzw. meinem PC gebuegelt und CachyOS installiert. Mein erstes Arch-basierten Linux. Und ich bin hin und weg.
Performance? Brutal! Mit einer RTX 4070 Ti laufen alle meine Games wirklich sowas von smooth und je nach Titel sehe ich durchaus Performancesteigerungen zu Windows!
Das System bootet in drei Sekunden. Die Treiber waren alle schoen installiert. Ich habe noch nicht einen einzigen Absturz erlebt — und dabei habe ich in den letzten Wochen wirklich viel gezockt.
Updates kommen kontinuierlich, weil Arch ein Rolling-Release-Modell ist — alle paar Tage hau ich kurz ein Update drueber, weiter geht's. Stabil!

Offizielle CachyOS Homepage
Aber HALT, STOP! Es gibt einen Haken — und den muss ich klar benennen. Online-Games mit Anti-Cheat-Tools wie PUBG oder bestimmte E-Sports-Titel sind unter Linux weiterhin ein Problem. Diese Anti-Cheat-Loesungen brauchen Zugriff auf den Kernel des Betriebssystems, und Linux laesst das aus guten Gruenden nicht zu. Wer also professionell oder semi-professionell auf solchen Plattformen unterwegs ist, kommt an Windows aktuell nicht vorbei. Fuer den ueberwaeltigenden Rest: CachyOS oder Bazzite, je nach Hardware!
Probiert es einfach aus
Das ist der ganze Punkt dieser Ausgabe. Ich will euch nicht mit technischen Details erschlagen. Ich will euch motivieren, das einfach mal anzugehen... es auszuprobieren, zu erleben und dann vielleicht zu erkennen, wie einfach es doch war/ist.
Habt ihr einen alten Laptop? Mint drauf!
Habt ihr ein neueres Geraet, kommt aus der Mac-Welt? Pop!_OS!
Habt ihr einen Gaming-PC & keine Anti-Cheat-Pflicht-Games? CachyOS!
Das Gefuehl, dass euer Geraet wieder euch gehoert — nicht einem Konzern, der entscheidet, welche Updates wann auf eurer Maschine landen und welche Daten dabei nach Hause telefoniert werden.
Fuer Windows-User:innen: Ladet euch unter Windows das Programm Rufus runter. Holt euch das Image der gewuenschten Linux-Distribution von der jeweiligen offiziellen Website und gogogogo!
Mit Rufus erstellt ihr einen bootbaren USB-Stick — Es gibt unzaehlige YouTube-Anleitungen dazu oder fragt einfach die AI eurer Wahl: Es ist wirklich unverschaemt einfach.
Was ihr erleben werdet: Ein Rechner, der ploetzlich wieder rasend schnell ist. Software, die in Sekunden installiert ist. Updates, die nicht stundenlang laufen und euch dann mitteilen, dass etwas schiefgegangen ist. Eine Aesthetik, die in vielen Distributionen Windows um Welten schlaegt. Und das Gefuehl, dass euer Geraet wieder euch gehoert — nicht einem Konzern, der entscheidet, welche Updates wann auf eurer Maschine landen und welche Daten dabei nach Hause telefoniert werden.
Linux ist nicht mehr das, was es vor 30 Jahren war, als ich mein erstes SUSE-Linux noch im Karton im Laden gekauft habe. Es ist ausgereift. Es ist zugaenglich. Es ist schnell. Und es ist befreiend.
Also... worauf wartet ihr noch?
Epilog - Linux brachte mich nach Taiwan

Vor ziemlich genau 24 Jahren brachte mich epiOS, eine auf Gentoo basierende Linux-Distribution, die ich zusammen mit nem Kumpel aus Waltrop gestartet hatte, nach Taiwan. Heisst also, dass Linux mein Leben fundamental beeinflusst hat!
Was ihr da auf dem Foto seht ist epiOS auf nem VIA Mini-ITX Dual-CPU Board inkl einem 2.5-inch RAID-Setup, welches wir on the fly AES-128 verschluesselt haben... und das bei gerade einmal 30W Last. Selbst das Case haben wir selbst designed... tja und dann kam der Mac mini raus und wir waren einfach ein paar Jahre zu frueh am Start 👻
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Ich bin gerade auf "Abenteuertour" durch den Suedost-Taiwan und damit ihr wisst, wo diese Ausgabe entstanden ist und euch ebenfalls fragt, warum ich ueberhaupt noch einmal woanders Urlaub machen sollte.... here we go:


Wenn euch ein Newsletter nicht reicht... auch ich kann vortrefflich das Netz "zumuellen". Wobei ich mir genau dies seltenst eingestehe 😎
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Alles wird gut!
Sascha


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