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Best of CES 2026 - Ein pragmatischer Rueckblick

Best of CES 2026 - Ein pragmatischer Rueckblick

Die CES ist durch und ich war nicht da. Zum zweiten Mal in Folge – diesmal aber nicht wegen Corona oder Terminstress, sondern weil ich nicht mehr in die USA fliege, solange dort ein Verrueckter regiert. Hat sich gelohnt? Nun ja. Der grosse Knall blieb aus. Aber zwischen all dem Roboter-Hype und den ewig gleichen AI-Versprechungen gab es ein paar echte Lichtblicke.

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Roboter, Realismus und ein bisschen Hoffnung

Na, schon auf die neue Ausgabe gewartet? Ich auch... und deshalb gibt es, mit einer Woche Abstand, mein Best of CES. Die Woche brauchte es tatsaechlich, denn irgendwie fehlte mir der richtige Hebel fuer eine Story, die ich auch wirklich in die "Best of"-Kategorie packen konnte... es war naemlich eher, na sagen wir mal uebersichtlich bzgl entsprechender Highlights.

Das Roboter-Jahr... das keines ist

Wenn 2025 das Jahr der AI war, dann sollte 2026 wohl das Jahr der Roboter werden. Zumindest wenn man den Messestaenden glaubt. Ueberall humanoide Helfer, die uns das Leben erleichtern sollen. Waesche waschen, Geschirr spuelen, aufraeumen – die volle Haushalts-Utopie.

Die Realitaet? Keiner dieser Roboter wird dieses Jahr bei euch im Wohnzimmer stehen. Und selbst wenn: Der Switchbot Onerola 1 sammelt zwar brav eure Socken ein und schmeisst sie in die Waschmaschine – aber rausholen und falten? Fehlanzeige. Kostenpunkt: bis zu 10.000 Dollar. Fuer eine fahrende Ampel mit Greifarmen, die aussieht wie etwas, das ich mit 8 Jahren aus Duplo-Steinen zusammengebaut haette.

Die einzige Ausnahme: Boston Dynamics. Der neue Atlas zeigt, was passiert, wenn man aufhoert, Roboter wie Menschen zu designen. Waehrend Tesla, X-Peng und Co. krampfhaft versuchen, humanoide Formen nachzubauen, nutzt Boston Dynamics die Moeglichkeiten der Maschine... Gelenke, die sich 360 Grad drehen, ein Torso ohne anatomische Grenzen, Haende, die nicht an menschliche Finger gebunden sind. In Kombination mit Google DeepMind entsteht da gerade etwas, das tatsaechlich funktionieren koennte. Produktionsstart: Anfang 2027.

Europa zeigt Flagge: Das Punkt MC03

Mein persoenliches Highlight kommt nicht aus dem Silicon Valley, sondern aus der Schweiz. Das Punkt MC03 ist ein datenschutzfokussiertes Smartphone – hergestellt in Deutschland bei Gigaset, ausgestattet mit einem Google-freien Betriebssystem namens AphyOS und der kompletten Proton-Suite vorinstalliert.

Sichere Mail, VPN, verschluesselter Cloud-Speicher, Docs, Sheets, Passwortmanager – alles dabei, alles in einem abgeschotteten Bereich. Wer trotzdem Google-Apps braucht, kann die in einer Sandbox laufen lassen. Hardware-technisch solide Mittelklasse: MediaTek Dimensity 7300, 8 GB RAM, 6,6 Zoll AMOLED, 64-Megapixel-Kamera. Und der entscheidende Vorteil: Der 5000-mAh-Akku ist austauschbar... wie ich dieses Retro-Feeling doch liebe. Denn das ist ein Feature, welches ich bei nahezu allen Flaggschiffen vermisse

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699 Franken plus 10-12 Euro monatlich fuer Updates und Support. Klingt erstmal ungewohnt, aber das Argument ist simpel: Wenn du nicht fuer das Produkt zahlst, bist du das Produkt. Ein Ansatz, der laengst ueberfaellig war. Achso... das erste Jahr ist fuer Umme.

Mini-PCs: Der Mac-mini-Killer aus China

In den letzten Jahren hat sich im Mini-PC-Bereich wenig getan. Der Mac mini war konkurrenzlos... also irgendwie zumindest und fuer all die, die ordentlich Bumms fuer einen wirklich geringen Einstiegspreis wollten. Das aendert sich jetzt.

Der Lenovo Yoga Mini I ist ein runder Mini-PC ab 699 Euro mit Intel Core Ultra, bis zu 32 GB RAM und 2 TB SSD. Thunderbolt 4, USB-A, USB-C, 2,5-GB-Ethernet, Wi-Fi 7, Bluetooth 6 – alles drin. Und das Beste: Die Hardware-Kombination schreit foermlich nach Linux. Saemtliche Distributionen sollten hier problemlos laufen.

Die LED-Farbe unter dem Gehaeuse laesst sich per Taste aendern – unter Windows auch per App, aber wer braucht schon Windows. Fuer den Preis und mit dieser Ausstattung ist das der Mini-PC, auf den viele gewartet haben. Vor allen Dingen die, die sich aus den Big Tech-Oekosystemen loesen wollen... steht also beo mir ganz oben auf der "Haben wollen"-Liste!

Laptops: Weniger AI-Geschrei, mehr Substanz

Die groesste Ueberraschung der CES? Kaum jemand redet noch von AI-Laptops! Keine Praesentation mit "revolutionary AI features", keine NPU-Vergleiche, keine Tops-Benchmarks. Die Branche hat offenbar verstanden, dass niemand einen Laptop kauft, weil ein Sticker draufklebt... mal von den ueblichen Intel/AMD/Snapdragon-Badges abgesehen!

Ich hatte letztes Jahr prognostiziert, dass lokale AI-Modelle der grosse Trend werden. Falsch gelegen. Anwendungstechnisch ist da noch viel zu wenig. Stattdessen: Fokus auf das, was zaehlt. Akkulaufzeit, Performance, Verarbeitung, Preis.

Lenovo faellt hier besonders auf. Das neue Yoga Slim 7i kommt ultraduenn, ultraleicht – und endlich in allen drei Chip-Varianten: Intel, AMD und Qualcomm. Das ist die Diversitaet, die wir brauchen. Hut ab.

Ich hab mir uebrigens gerade noch ein ThinkPad Z13 aus UK bestellt – mit arabischer Tastatur, weil das die letzte verfuegbare Einheit war. Die Serie wird nicht mehr gebaut. Und jetzt kommt Lenovo mit dem X9 um die Ecke. Timing ist alles... meines war offensichtlich eher schlecht, aber dafuer habe ich nun ein Luxus-Ultrabook mit nem Deckel, der mit veganem Leder ueberzogen ist und ich liebe einfach alles daran!

Aber mein Best-of im Laptop-Bereich geht an ein Konzept: Das Legion Pro Rollable Concept. Ein Laptop, dessen Display sich horizontal von 16 auf 24 Zoll ausfahren laesst. Klingt nach Spielerei, zeigt aber, dass Lenovo nicht nur quatscht, sondern tatsaechlich an der naechsten Display-Generation arbeitet. Die machen das jetzt seit Jahren sehr konsequent – irgendwann geht das in Serie.

Auch erwaehnenswert: Die Samsung Galaxy Book 6 Ultra mit Intel Panther Lake, Nvidia RTX 50-Serie und bis zu 64 GB RAM. Das AMOLED-Panel mit 120 Hz und bis zu 30 Stunden Video-Playback macht die Kiste zu einer echten Workstation fuer unterwegs.

Pebble ist zurueck – und das ist gut so

Erinnert ihr euch an Pebble? Die Kickstarter-Smartwatch, die alles gestartet hat? Sie ist zurueck. Die Pebble 2 setzt auf ein E-Paper-Display, verzichtet komplett auf Fitness-Tracking, GPS, NFC, Speaker und Pulsmesser – und haelt dafuer 14 Tage durch.

199 Dollar fuer eine Uhr, die nur eines tut: Benachrichtigungen anzeigen. Extrem duenn, kaum Raender, kein taegliches Aufladen. In einer Welt voller Feature-Bloat ist das fast schon revolutionaer.... Geraete, die uns nicht mehr stressen sollen, die nicht um Aufmerksamkeit betteln, die einfach funktionieren.

Ich find das richtig, richtig gut.

Smart Glasses: Endlich ein echter Use Case

ASUS ROG und Xreal haben zusammen die ROG XREAL R1 Smart Glasses vorgestellt – eine Gaming-Brille, die tatsaechlich Sinn ergibt. Zwei 1080p Micro-OLED-Displays, 240 Hz Bildwiederholrate, 3 ms Latenz. Gebaut fuer Gamer, die unterwegs nicht auf ihren Monster-Monitor verzichten wollen.

Das Spannende daran ist nicht nur das Produkt selbst, sondern was es andeutet: Wenn diese Brillen besser werden, brauchen wir irgendwann keine Laptop-Displays mehr. Nur noch eine Recheneinheit mit ordentlich Akku – den Rest erledigt die Brille. Das ist noch Zukunftsmusik, aber die Richtung stimmt. Spitze Anwendungsszenarien statt unrealistischen Metaverse-Traeume.

AI und Nvidia: Durchgelutscht

Uebrigens: Die grossen Nvidia-Ankuendigungen? Bei aller Liebe – Omniverse, digitale Zwillinge, Siemens-Partnerschaft... das hoere ich jetzt seit drei Jahren. Das ist alles laengst in die Aktienkurse eingepreist oder wieder rausgepreist, je nachdem welchem Analysten man glaubt.

Die Branche merkt langsam, dass der AI-Hype nicht ewig traegt. Und das ist vielleicht die beste Nachricht der CES.

Fazit: Die Luftschloesser sind geplatzt!

Kein grosser Knall, keine Revolution – aber vielleicht ist genau das die gute Nachricht. Die CES 2026 zeigte Branchen, die langsam realistischer in die Zukunft schauen. Weniger Hype, mehr Substanz. Weniger AI-Marketing, mehr echte Features. Weniger Ablenkung, mehr Fokus auf das, was Menschen wirklich wollen.

Datenschutz aus Europa mit dem Punkt MC03. Laptops in allen Chip-Varianten statt Intel-Monokultur. Smartwatches ohne Feature-Overload. Mini-PCs, die nach Linux schreien. Brillen fuer konkrete Anwendungen statt Metaverse-Fantasien. Und Roboter, die vielleicht – vielleicht – in ein paar Jahren tatsaechlich nuetzlich werden.

Das ist kein Stillstand – das ist Reifung.

Ich bin froh, dass ich das Ganze aus Taichung verfolgen konnte, statt mir in Las Vegas die Fuesse platt zu laufen. Der grosse Hammer war eh nicht dabei. Aber ein paar kleine Hoffnungsschimmer schon.

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Pallenberg.video
Sascha Pallenberg, Ex‑Gruender von Eeepcnews/Netbooknews/Mobilegeeks, Android‑Fan und MacUser mit Linux‑Faible. Seit 2006 auf YouTube, seit 2026 auf PeerTube, lebte lange in Taiwan. Jetzt wieder Lust auf Tech‑Talk und US‑Trends, Fokus: Tesla.

Meine neue Peertube-Instanz ist online und mit der grossartigen Hilfe von Bonn.digital und taenzer.de umgesetzt worden. Ihr koennt nun also direkt ueber die Peertube Seite darauf zugreifen, oder einfach meinem Account hier folgen:

Sascha Pallenberg 🇹🇼 ♻️ ⚡️
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Bleibt gesund!

Sascha

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